Zwischen 500 € und 50.000 € ist bei einer Unternehmenswebsite alles möglich. Warum die Unterschiede so riesig sind, was du wirklich bekommst — und wo du aufpassen solltest. Eine ehrliche Antwort auf die Frage, die jeder Unternehmer irgendwann stellt.
Die Frage nach dem Preis ist die häufigste, die mir gestellt wird. Und die unbeliebteste zum Beantworten — weil jede pauschale Antwort unehrlich wäre. "Eine Website kostet 5.000 €" sagt genauso viel aus wie "ein Auto kostet 20.000 €". Es kommt darauf an.
Trotzdem schreibe ich diesen Artikel, weil du als Unternehmer eine Vorstellung brauchst, was dich erwartet. Hier ist meine ehrliche Einschätzung nach sieben Jahren, in denen ich über 20 Unternehmenswebsites gebaut habe.
Die drei Preisklassen
Grob lassen sich Websites in drei Kategorien einteilen — und die Preise sagen viel über das aus, was du am Ende bekommst.
1. Baukasten & DIY (0 – 500 €)
Wix, Jimdo, Squarespace, Webflow Templates. Du bekommst eine funktionierende Website, die auf dem Handy halbwegs ok aussieht. Was du nicht bekommst: individuelles Design, schnelle Ladezeiten, echte Beratung, SEO-Basis. Für einen privaten Blog oder ein Pop-up-Projekt völlig ausreichend. Für ein Unternehmen, das ernst genommen werden will? Fast immer zu wenig.
2. Freelancer / Kleinunternehmer (3.000 – 15.000 €)
Hier arbeitest du mit einer oder zwei Personen. Du bekommst individuelles Design, einen sauberen Entwicklungsprozess und — wenn du gut wählst — jemanden, der versteht, was dein Geschäft ausmacht. Die Zusammenarbeit ist persönlich, die Kommunikation direkt. Für die meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen ist das der Sweet Spot.
3. Agentur (15.000 – 50.000 €)
Große Webagenturen haben Projektmanager, Strategen, Designer, Entwickler und Account-Manager. Alles das kostet Geld — und zwar das, was du bezahlst. Agenturen machen für Konzerne und stark skalierende Unternehmen Sinn, wo komplexe Anforderungen (mehrere Sprachen, tiefe Integrationen, große Teams) den Overhead rechtfertigen. Für einen Handwerker, Makler oder Coach ist das fast immer überdimensioniert.
Wenn dein Umsatz unter 2 Mio. € liegt und du nicht im internationalen Geschäft tätig bist, brauchst du in 95 % aller Fälle keine Agentur. Ein guter Freelancer oder eine kleine Spezialfirma liefert dir die gleiche Qualität — zum Bruchteil des Preises.
Was treibt den Preis?
Innerhalb dieser Kategorien gibt es Unterschiede von mehreren tausend Euro. Das sind die wichtigsten Faktoren:
- Umfang — 5 Seiten oder 50? Mit oder ohne Shop? Mit Kundenportal oder ohne? Der Umfang ist der größte Hebel.
- Individualität — Template-basiert oder komplett custom gebaut? Ein Template kostet Stunden, ein Custom-Design Tage bis Wochen.
- Features — Buchungssystem, Shopify-Anbindung, API-Integrationen, Mehrsprachigkeit — jedes Feature kostet Zeit.
- Texte — Schreibst du die Texte selbst oder brauchst du Copywriting? Gute Texte von einem Profi kosten 500 – 2.000 € zusätzlich.
- Fotos — Stockfotos oder ein eigener Fotograf? Ein Fotoshooting kostet 500 – 1.500 €, hebt die Website aber auf ein ganz anderes Level.
- Strategie — Wenn du nur eine "schöne Website" willst, ist es günstig. Wenn sie auch verkaufen soll, braucht es Conversion-Optimierung, Strategie und Struktur.
Echte Zahlen aus meinen Projekten
Damit du eine konkrete Vorstellung bekommst, hier echte Zahlen aus meinen Kundenprojekten:
- Einseitige Landingpage mit Buchungsformular (Coach, Berater) — ab 2.500 €
- Branding-Website mit 5-8 Seiten (Handwerker, Dienstleister) — 4.000 – 7.500 €
- Unternehmenswebsite mit CMS und erweiterten Features (Immobilienmakler, Ingenieurbüro) — 7.500 – 15.000 €
- Online-Shop mit Shopify (20-200 Produkte, Zahlungsanbindung, individuelle Seiten) — 6.000 – 18.000 €
- Web-App oder Kundenportal (Dashboard, Nutzer-Login, Datenbankanbindung) — ab 12.000 €
Die versteckten Kosten, über die keiner redet
Der Angebotspreis ist nur der Anfang. Was viele Anbieter nicht transparent kommunizieren, sind die laufenden Kosten.
Hosting und Domain
Ein gutes Hosting kostet 5 – 30 € im Monat. Domain zwischen 10 – 25 € pro Jahr. Wer dir "Free Hosting" verspricht, finanziert das irgendwie — meistens durch Werbeeinblendungen, langsame Server oder Lock-in-Effekte.
Wartung und Updates
Eine Website ist kein fertiges Produkt. Updates, Sicherheitspatches, Backups, kleine Änderungen — all das musst du entweder selbst können oder jemanden dafür bezahlen. Bei mir sind das Support-Pakete ab 100 € im Monat. Wer diese Kosten nicht einplant, hat in zwei Jahren eine veraltete Website.
Marketing und SEO
Die beste Website bringt nichts, wenn sie niemand findet. Lokales SEO, Google Business Profil, eventuell Werbeanzeigen — das sind laufende Kosten, die viele am Anfang unterschätzen.
Was solltest du wirklich ausgeben?
Meine Faustregel: Eine Website ist eine Investition, keine Ausgabe. Rechne in ROI, nicht in Kosten. Wenn du pro Monat aus deiner Website einen neuen Kunden gewinnen kannst, der dir 500 € bringt, ist eine 6.000-Euro-Website nach einem Jahr bezahlt.
Für die meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region Rhein-Neckar sind Budgets zwischen 3.000 und 10.000 € realistisch und sinnvoll. Alles darunter ist oft zu wenig, alles darüber oft zu viel.
Fazit
Wenn dir jemand sagt "Websites kosten X Euro", ohne deine Situation zu kennen, ist das ein Warnsignal. Ein seriöser Anbieter fragt erstmal: Was machst du? Wer sind deine Kunden? Was soll die Website erreichen? Erst dann kommt ein verbindliches Angebot.
Ich biete jedem Unternehmer aus der Region ein kostenloses 30-Minuten-Gespräch an. Kein Verkaufsdruck, keine Angebots-Pitches — einfach eine ehrliche Einschätzung, was bei dir sinnvoll ist und was es kosten würde. Hier kannst du einen Termin buchen.